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Werte, Wahrnehmung, Medienkritik

Werte, Kultur und Wahrnehmung:
Oft wird von Werten gesprochen. Josef (Joschka) Fischer begründete ja die Bombardierung Jugoslawiens 1999 damit, dass es um unsere Werte geht. Der Vize-CSU-Chef, EVP-Chef im EU-Parlament und Kandidat für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten,
Manfred Weber, will "unsere Werte" in der ganzen Welt durchsetzen, wenn's sein muss mit der NATO. Die Werte der EU oder der Westlichen Wertegemeinschaft WWG sollen sein: Toleranz, Pluralismus, Demokratie, Frieden, Pressefreiheit und Humanität. ("Wir sind eine Wertegemeinschaft", "Wir sind eine Friedensgemeinschaft", "Die Seele Europas ist Humanität"). Das alles ist genau eine Frage der Wahrnehmung - meine Wahrnehmung ist, dass das nicht stimmt, z.B. bei Toleranz wird immer die Toleranz gegenüber Schwulen vorgeführt, oder gegenüber dem dritten Geschlecht, aber damit hört es auch schon auf, denn wie ist es mit der Toleranz gegenüber Israel-Kritikern bestellt? Oder noch wichtiger: Frieden. Die NATO hat in den letzten 30 Jahren mehrere Angriffs-Kriege geführt, auch ohne UN-Mandat, hat mehrere Länder zerstört: Afghanistan, Irak, Lybien, Syrien. Mit dem Export unserer schönen Werte lässt sich jeder Krieg begründen, früher war es Glaube, dann Rasse, heute sind es Werte. Die gegenwärtige Aufrüstung der NATO-Militärausgaben wird vor allem mit der Verteidigung (und Ausdehnung) "unserer Werte" begründet.
Und da ein großer Teil der Bevölkerung mainstream-treu sind, sehen sie darin keine größere Gefahr. Es ist, wie P
eter Scholl-Latour sagte: Die Deutschen kennen keinen Krieg mehr, 70 Jahre Frieden, 70 Jahre Voll-Kasko-Rundumschutz, sie können sich keinen Krieg mehr vorstellen. Wenn mir das Dach über dem Kopf weggeschossen wird, bekomme ich natürlich von meiner Versicherung ein Hotelzimmer, und gibt's kein Trinkwasser mehr, bekomme ich Mineralwasser gratis geliefert. Wenn es dann nicht so eintritt, gibt es ein großes Erwachen, aber dann ist es zu spät.
Überhaupt habe ich festgestellt, und andere haben es mir bestätigt, dass man plötzlich eine ganz andere Wahrnehmung bekommt, wenn man sich von zwei Fesseln, von zwei Dogmen befreit: Die erste Fessel heißt "Wir leben in einer Demokratie", die zweite heißt "Wir haben Pressefreiheit" (d.h. wir sind die Guten). Wenn man die Ereignisse nicht mehr durch diesen engen Tunnel betrachtet, sieht die Welt auf einmal völlig anders aus, viel klarer. Das kann dann eine richtige Offenbarung sein. Hinterher fragt man sich dann, warum man so lange daran festgehalten hat.


Deutsche Leitmedien
Tschüss ARD und ZDF; es war ein langer Prozess, bis ich eingesehen habe, dass man den öffentlich-rechtlichen Medien und dem sonstigen Mainstream wie den Printmedien nicht trauen kann. Was da an Halbwahrheiten und Unwahrheiten gezeigt, gesagt oder geschrieben wird, ist erschreckend.
Die Medien sitzen ja auch in der Falle, der Mainstream lässt sich besser verkaufen als die Wahrheit. Deshalb entsteht so etwas wie "Hofberichterstattung". Orientieren sich Autoren nicht am Mainstream, sondern an der Wahrheit, dann werden sie bald als "Russlandversteher" diffamiert und sie können nur noch im Internet veröffentlichen oder Bücher schreiben, Ende der Karriere. Die Stellungnahmen der Bundesregierung und die Berichterstattung der Medien stimmen deshalb weitestgehend überein. Noch schlimmer als einseitige und unglaubwürdige Berichterstattung ist die unterlassene Berichterstattung - immer aus irgendwelcher Rücksichtnahme heraus. Die Menschen wollen aber die Wahrheit lesen und hören, die ungeschminkte Wahrheit, sie wollen nicht wie Kinder erzogen und belehrt werden.
Der Grund für die Einseitigkeit ist aber nicht nur eine Sache der
Tabus "Transatlantisches Bündnis" und "Unantastbarkeit Israels". Das betrifft vielleicht mehr die Chefetagen; viele Chefredakteure sind ja Mitglieder der Atlantikbrücke und anderen Think Tanks, es konzentrieren sich die Medien auch in immer weniger Medienkonzerne. Es soll auch so etwas wie eine Selbstzensur bei den Journalisten geben. Sehr viele von Ihnen schreiben ja freiberuflich für Medien und verdienen ziemlich wenig. Sie schreiben deshalb vor allem so, dass sie in ihrem Job weiterkommen können, irgendwann mal aufsteigen, mal die Zeitung wechseln oder mal in eine TV-Redaktion wechseln können. Sie schreiben das, was ihre Chefs, ihre Kollegen und Politiker hören möchten, oder was sich am besten verkaufen lässt, und das ist nicht die Wahrheit, sondern der Mainstream. Aber irgendwann setzt das ein, was die Psychologen Entfremdung und Anpassung nennen; irgendwann glauben sie selbst, was sie da geschrieben haben, und es kommt abstruses Zeug heraus wie "Russland hat die Ukraine-Krise erzeugt", obwohl alle Tatsachen dagegen sprechen. Immer mehr Teile der Bevölkerung erkennen das aber, das ist das Problem, das sie haben. Viele nennen die Medien deshalb "Lügenpresse"; ich würde es eher "Medienzirkus - Show und Propaganda" nennen, auch weil der Begriff "Jüdische Lügenpresse" 1933 von den Nazis verwendet wurde, noch besser wäre der Begriff "Lückenpresse" wegen der vielen unterlassenen Berichterstattungen. Es gibt Beiträge in den Medien, wo Bürgern, die den Medien nicht mehr trauen, eine Neigung zu Verschwörungstheorien unterstellt wird und sie sich deshalb von der Demokratie verabschiedet haben sollen. So etwas kommt heraus, wenn man keine andere Erklärung hat, - so wie mit den "Putin-Trollen", die angeblich die vielen kritischen Kommentare im Internet schreiben. Ich habe festgestellt, dass die Wahrheit, wenn sie einmal herauskommt, immer viel schlimmer war als jede Verschwörungstheorie, siehe z.B. bei Google Begriffe wie "Gladio", "false flag operation" oder "stay behind operation". Für Journalisten, die sich an die Politik verkaufen, gibt es auch schon eine schöne neue Wortschöpfung: Presstituierte.  
Eine Web-Seite mit offengelegten falschen Darstellungen der öffentlich-rechtlichen Medien: http://propagandaschau.wordpress.com/  oder  http://publikumskonferenz.de/, ein Versuch einer Erklärung der Tunnelperspektive und Selbstzensur eines schweizer Journalisten hier: https://swprs.org/bericht-eines-journalisten/ , ein Buch zu dem Thema: "Die Macht um acht" von U. Gellermann und F. Klinkhammer.

Weltweit gesteuerter Informationsfluss und Propaganda durch Think Tanks (Denkfabriken)

Ein interessanter sehr lesenswerter Beitrag über weltweit gesteuerte Medien und den Einfluss der sogenannten Denkfabriken auf Politik und Medien ist in free21 Heft 4+5 2017 zu finden:
http://www.free21.org/die-propaganda-matrix/
Der "Council on Foreign Relations" (CFR) wurde in den USA schon in den 1920ern gegründet, um die amerikanische Bevölkerung auf Kriegseinsätze vorbereiten zu können, und nach dem 2. WK um die Bilderberg-Gruppe für Westeuropa und die Trilateral Commission für Ostasien erweitert. Desweiteren gibt es die der NATO verbundene Denkfabrik Atlantic Council, dem der deutsche Außenminister Heiko Maas nahe stehen soll sowie der europäischen Think Tank, die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Nahezu alle Chef-Journalisten sind Mitglied der Atlantik-Brücke und damit verpflichtet, entsprechend CFR zu berichten, weiter:
(s. Link)
"Tatsächlich stammen bei internationalen Ereignissen nahezu alle Texte und Bilder, die CFR-Medien verwenden, von nur drei globalen Nachrichten­agenturen: der amerikanischen Associated Press (AP), der britisch-kanadischen Thomson-Reuters, und der französischen Agence France-Presse (AFP)."

Soweit kann man einigermaßen nachvollziehen, wie die großen Medien funktionieren und welche enorme Macht hinter ihnen steckt. Tatsächlich ist die Rolle der sogenannten Denkfabriken schwer zu durchschauen.


Was machen eigentlich Medienwissenschaftler?

Was macht eigentlich den wissenschaftlichen Anspruch bei Medienwissenschaften aus? Ich denke an die Vorlesungsreihe 2016/17 an der Hamburger Universität "Lügenpresse - Medienkritik als politischer Breitensport" (z.B. der Vortrag von Prof. Carsten Reinemann). Sie machen schöne Tabellen und Statistiken, welche Bevölkerungsteile besonders anfällig sind für alternative Medien, aufgeschlüsselt nach Sozialstatus, Bildungsstand mit schönen Grafiken und vieles mehr. Die beteiligten Studenten haben viel Spaß dabei, weil alles so schön einfach ist. Aber ist das Wissenschaft, ist das nicht eher das Niveau für Schülerpraktikanten oder für ein Projekt einer Stadtteilschule? Sollte der wissenschaftliche Anspruch einer Universität nicht eher darin bestehen, zu forschen, wie die Allianz von Politik und Medien funktioniert? Wie man geschickt Lügen einbaut, indem man sich z.B. auf nichtgenannte sogenannte "Aktivisten" beruft. Oder welchen Einfluss die Denkfabriken und ähnliche Strukturen wie das CFR, Trilaterale Kommission, Atlantic Council, Bilderberggruppe und die Atlantik Brücke auf die Medien haben, oder warum alle großen Medien von nur drei Nachrichtenagenturen (AP/dpa, AFP und Reuters) versorgt werden und welche Folgen das hat? Oder darüber zu forschen, wie ganz einfach unwahre Medienberichte so umformuliert werden, dass es schwierig ist, diese zu entlarven? Oder wie funktioniert die Selbstzensur bei den Journalisten, glauben sie selbst daran oder führt das zur Selbstverleugnung und damit zu psychischen Problemen? Und natürlich warum immer eine antirussische Komponente eingebaut werden muss? Das hätte einen wissenschaftlichen Anspruch, der den Namen auch verdient. Stattdessen verkaufen sich die Medienwissenschaftler an die Politik. Die Frage ist nur, machen sie es aus Überzeugung oder der Karriere willen?


Leitmedien und Wahrnehmung
Bei politischen Diskussionen habe ich oft festgestellt, dass der vertretene Standpunkt und die Wahrnehmung davon abhängt, wo und wie die jeweiligen Personen sozialisiert wurden. Bei Menschen, die in den achtziger Jahren bereits erwachsen waren und im Westen sozialisiert wurden, also in einer Zeit der „sozialen Marktwirtschaft“, gibt es eine starke Sehnsucht nach Konformität mit dem westlichen Wertesystem. Das ist sozusagen fest im Gehirn eingebrannt. Es läuft ab nach dem Motto „Die Wahrheit man nicht gerne hört, wenn sie das eigene Weltbild stört“. Sie wollen und müssen einfach glauben, dass wir immer die „Guten“ sind, selbst wenn wir etwas Böses tun, sie glauben den Leitmedien, da helfen keine Argumente, keine Tatsachen, nichts. Wenn die Tatsachen nicht zu der Wahrnehmung passt, wird es passend gemacht. Ein jüngeres Beispiel ist der Anschlag auf den russischen Doppelagenten Skripal und seine Tochter in Salisbury: Obwohl dieser Anschlag überhaupt keinen Sinn für Russland macht, direkt vor der Präsidentschaftswahl und vor der Fußball-WM, und das Risiko in absolut keinem Verhältnis zum vermeintlichen Nutzen steht, wird das geglaubt. Um es passend zu machen, wird erfunden, dass der Anschlag eine Abschreckung für eventuelle weitere Verräter sein sollte. Verurteilt wurde Russland mit Ausweisung von Diplomaten, weil es "mit größter Wahrscheinlichkeit Russland war". Eigentlich kann man Wahrscheinlichkeit berechnen; in der Mathematik heißt das Fach "Kombinatorik,
Wahrscheinlichkeitsrechnung und mathematische Statistik". Hier nahm man die "gefühlte Wahrscheinlichkeit", die aber nur die eine Seite hat. Für die andere Seite wäre es viel wahrscheinlicher und einleuchtender, dass der britische Geheimdienst den Anschlag inszeniert hat. Warum werden die Skripals eigentlich immer noch isoliert und Kontakte zu Verwandten, zur russischen Botschaft und Medien verhindert?
Schlimm ist auch, dass man anscheinend nur Vertretern der westlichen Zivilisation logisches Denkvermögen zutraut, einmal wie im Fall Skripal, aber auch im Fall des vermeintlichen Giftgasanschlages im syrischen Duma im April 2018. Auch hier machte es für die syrische Armee absolut keinen Sinn, Giftgas einzusetzen. Damit der brave deutsche Bürger sich ein Motiv vorstellen kann, wird den Beschuldigten jegliches logisches Denkvermögen abgesprochen und nicht zugetraut, Risiko gegen Nutzen abwägen zu können, als wenn es sich um „Naturmenschen“ handelt, die nur aus der Laune heraus und ohne nachzudenken handeln. Somit ist dann auch eine gehörige Portion Rassismus darin versteckt. Diese Haltung der scheinbaren Überlegenheit der westlichen Zivilisation und Wertegemeinschaft steckt tief in vielen Menschen, mehr oder weniger, ganz frei bin ich auch nicht davon, aber ich erkenne es immerhin. Immer mehr Menschen durchschauen das aber und fallen nicht mehr auf die Masche der Medien herein. Deshalb zahlt der Westen einen hohen Preis dafür, denn er verliert damit nach und nach seine Glaubwürdigkeit, wie früher der Osten. Ist die Glaubwürdigkeit einmal verspielt, gibt es kein zurück mehr.

Wahrnehmungs-Unterschied USA-Europa:
Für die Amerikaner waren die Kriege der letzten 100 Jahre immer weit weg; die Bevölkerung hat fast nie etwas davon gemerkt. Anders in der Bevölkerung Europas, hier ist selbst nach 70 Jahren der 2. Weltkrieg noch im kollektiven Gedächtnis präsent; fast jede Familie hatte Tote zu beklagen. Die unterschiedlichen Staaten Europas mussten sich schon immer arrangieren, während die Amerikaner fast alles mit Kampf und Gewalt gelöst haben; sie kennen es nicht anders, so wie es auch in fast jedem USA-Spielfilm zu sehen ist: Kampf auf Leben und Tod, "entweder er oder ich", "es kann nur einen geben" usw.; das macht die Sache zusätzlich bedrohlich.