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Werte, Wahrnehmung, Medienkritik

Werte, Kultur und Wahrnehmung:
Oft wird von Werten gesprochen. Josef (Joschka) Fischer begründete ja die Bombardierung Jugoslawiens 1999 damit, dass es um unsere Werte geht.
Die Werte der EU oder der Westlichen Wertegemeinschaft WWG sollen sein: Toleranz, Pluralismus, Demokratie, Frieden, Pressefreiheit und Humanität. ("Wir sind eine Wertegemeinschaft", "Wir sind eine Friedensgemeinschaft", "Die Seele Europas ist Humanität"). Das alles ist genau eine Frage der Wahrnehmung - meine Wahrnehmung ist, dass das nicht stimmt, z.B. bei Toleranz wird immer die Toleranz gegenüber Schwulen vorgeführt, oder gegenüber dem dritten Geschlecht, aber damit hört es auch schon auf, denn wie ist es mit der Toleranz gegenüber Israel-Kritikern bestellt? Oder noch wichtiger: Frieden. Die NATO hat in den letzten 30 Jahren mehrere Angriffs-Kriege geführt, auch ohne UN-Mandat, hat mehrere Länder zerstört: Afghanistan, Irak, Lybien, Syrien, es geht weiter mit Venezuela und Iran sowie wie immer mit Kuba. Mit dem Export unserer schönen Werte lässt sich jeder Krieg begründen. Die gegenwärtige Aufrüstung der NATO-Militärausgaben wird vor allem mit der Verteidigung (und Ausdehnung) "unserer Werte" begründet.
Und da ein großer Teil der Bevölkerung mainstream-treu ist, sehen sie darin keine größere Gefahr. Es ist, wie P
eter Scholl-Latour sagte: Die Deutschen kennen keinen Krieg mehr, 70 Jahre Frieden, 70 Jahre Voll-Kasko-Rundumschutz, sie können sich keinen Krieg mehr vorstellen.
Überhaupt habe ich festgestellt, und andere haben es mir bestätigt, dass man plötzlich eine ganz andere Wahrnehmung bekommt, wenn man sich von zwei Fesseln, von zwei Dogmen befreit: Die erste Fessel heißt "Wir leben in einer Demokratie", die zweite heißt "Wir haben Pressefreiheit" (d.h. wir sind die Guten). Wenn man die Ereignisse nicht mehr durch diesen engen Tunnel betrachtet, sieht die Welt auf einmal völlig anders aus, viel klarer. Das kann dann eine richtige Offenbarung sein. Hinterher fragt man sich dann, warum man so lange daran festgehalten hat.


Deutsche Leitmedien
Es war ein längerer Prozess, bis ich eingesehen habe, dass man den öffentlich-rechtlichen Medien und den großen Printmedien nicht trauen kann.
Das Problem ist, dass der Mainstream sich besser verkaufen lässt, als die Wahrheit. Die Medien sitzen in der Falle. Deshalb entsteht so etwas wie "Hofberichterstattung". Orientieren sich Autoren nicht am Mainstream, sondern an der Wahrheit, dann werden sie bald als "Russlandversteher" oder Verschwörungstheoretiker diffamiert und sie können nur noch im Internet veröffentlichen, Vorträge halten oder Bücher schreiben, Ende der Karriere. Die Stellungnahmen der Bundesregierung und die Berichterstattung der Medien stimmen deshalb weitestgehend überein. Neben der einseitigen Berichterstattung gibt es noch unterlassene Berichterstattung.
D
er Grund für die Einseitigkeit ist aber nicht nur eine Sache der Tabus "Transatlantisches Bündnis" und "Unantastbarkeit Israels". Das betrifft vielleicht mehr die Chefetagen; viele Chefredakteure sind ja Mitglieder der Atlantikbrücke und anderen Think Tanks, es konzentrieren sich die Medien auch in immer weniger Medienkonzerne. Es soll auch so etwas wie eine Selbstzensur bei den Journalisten geben. Sehr viele von Ihnen schreiben ja freiberuflich für Medien und verdienen ziemlich wenig. Sie schreiben deshalb vor allem so, dass sie in ihrem Job weiterkommen können, irgendwann mal aufsteigen, mal die Zeitung wechseln oder mal in eine TV-Redaktion wechseln können. Sie schreiben das, was ihre Chefs, ihre Kollegen und Politiker hören möchten, oder was sich am besten verkaufen lässt, und das ist nicht die Wahrheit, sondern der Mainstream. Aber irgendwann glauben sie selbst, was sie da geschrieben haben, und es kommt abstruses Zeug heraus. Immer mehr Teile der Bevölkerung erkennen das aber, das ist das Problem, das sie haben. Viele nennen die Medien deshalb "Lügenpresse"; ich würde es eher "Medienzirkus - Show und Propaganda" nennen, auch weil der Begriff "Jüdische Lügenpresse" 1933 von den Nazis verwendet wurde, noch besser wäre der Begriff "Lückenpresse" wegen der vielen unterlassenen Berichterstattungen. Es gibt Beiträge in den Medien, wo Bürgern, die den Medien nicht mehr trauen, eine Neigung zu Verschwörungstheorien unterstellt wird und sie sich deshalb von der Demokratie verabschiedet haben sollen. Ich habe festgestellt, dass die Wahrheit, wenn sie einmal herauskommt, immer viel schlimmer war als jede Verschwörungstheorie, siehe z.B. Begriffe wie "Gladio", "false flag operation. Für Journalisten, die sich an die Politik verkaufen, gibt es auch schon eine schöne neue Wortschöpfung: Presstituierte.  
Eine Beitrag zu den ÖR- sowie mainstream-Medien:
https://www.hintergrund.de/medien/mich-macht-so-eine-selbstgefaelligkeit-sprachlos/
oder ein Versuch einer Erklärung der Tunnelperspektive und Selbstzensur eines schweizer Journalisten hier:
https://swprs.org/bericht-eines-journalisten/
, ein Buch zu dem Thema: "Die Macht um acht" von U. Gellermann und F. Klinkhammer.

Weltweit gesteuerter Informationsfluss und Propaganda durch Think Tanks (Denkfabriken)

Ein interessanter sehr lesenswerter Beitrag über weltweit gesteuerte Medien und den Einfluss der sogenannten Denkfabriken auf Politik und Medien ist in free21 Heft 4+5 2017 zu finden:
http://www.free21.org/die-propaganda-matrix/
Der "Council on Foreign Relations" (CFR) wurde in den USA schon in den 1920ern gegründet, um die amerikanische Bevölkerung auf Kriegseinsätze vorbereiten zu können, und nach dem 2. WK um die Bilderberg-Gruppe für Westeuropa und die Trilateral Commission für Ostasien erweitert. Desweiteren gibt es die der NATO verbundene Denkfabrik Atlantic Council, dem der deutsche Außenminister Heiko Maas nahe stehen soll sowie der europäischen Think Tank, die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Nahezu alle Chef-Journalisten sind Mitglied der Atlantik-Brücke und damit verpflichtet, entsprechend CFR zu berichten, weiter:
(s. Link)
"Tatsächlich stammen bei internationalen Ereignissen nahezu alle Texte und Bilder, die CFR-Medien verwenden, von nur drei globalen Nachrichten­agenturen: der amerikanischen Associated Press (AP), der britisch-kanadischen Thomson-Reuters, und der französischen Agence France-Presse (AFP)."

Soweit kann man einigermaßen nachvollziehen, wie die großen Medien funktionieren und welche enorme Macht hinter ihnen steckt. Tatsächlich ist die Rolle der sogenannten Denkfabriken schwer zu durchschauen.


Leitmedien und Wahrnehmung
Bei politischen Diskussionen habe ich oft festgestellt, dass der vertretene Standpunkt und die Wahrnehmung davon abhängt, wo und wie die jeweiligen Personen sozialisiert wurden. Bei Menschen, die in den achtziger Jahren bereits erwachsen waren und im Westen sozialisiert wurden, also in einer Zeit der „sozialen Marktwirtschaft“, gibt es eine starke Sehnsucht nach Konformität mit dem westlichen Wertesystem. Das ist sozusagen fest im Gehirn eingebrannt. Es läuft ab nach dem Motto „Die Wahrheit man nicht gerne hört, wenn sie das eigene Weltbild stört“. Sie wollen und müssen einfach glauben, dass wir immer die „Guten“ sind, selbst wenn wir etwas Böses tun, sie glauben den Leitmedien, da helfen keine Argumente, keine Tatsachen, nichts. Wenn die Tatsachen nicht zu der Wahrnehmung passt, wird es passend gemacht.

Weiterhin traut man anscheinend auch nur Vertretern der westlichen Zivilisation logisches Denkvermögen zu s
owie die Fähigkeit, Risiko und Nutzen abzuwägen (s. unten Giftgasanschläge). Diese Haltung der scheinbaren Überlegenheit der westlichen Zivilisation und Wertegemeinschaft steckt tief in vielen Menschen, mehr oder weniger, ganz frei bin ich auch nicht davon, aber ich erkenne es immerhin. Immer mehr Menschen durchschauen das aber und fallen nicht mehr auf die Masche der Medien herein. Deshalb zahlt der Westen einen hohen Preis dafür, denn er verliert damit nach und nach seine Glaubwürdigkeit, wie früher der Osten. Ist die Glaubwürdigkeit einmal verspielt, gibt es kein zurück mehr.

Informationskrieg: Ist Wahrheit interpretierbar?
In meinem Bereich Physik und Ingenieurwissenschaften ist alles sehr eindeutig, und der Begriff Wahrheit ist nicht sehr interpretierbar. Hat man neues Wissen, dann gibt es kein großes Spekulieren, alles ist irgendwie kausal, es gibt keinen Streit und deshalb keinen Informationskrieg.
In der Geschichts- und Politikwissenschaft sowie Medienwissenschaften ist es ganz anders. Vieles wird unterschiedlich interpretiert und der Begriff Wahrheit ist sehr verschwommen. Man weiß eigentlich nicht, was wahr ist, man empfindet, was wahr ist, und zwar mit seiner "Wahrnehmung". Jeder hat die Wahrnehmung, die zum eigenen Weltbild passt, und das Weltbild wird geprägt, je nachdem wie und wo man sozialisiert wurde.
Wegen des unzuverlässigen Wahrheitsgehalts von Informationen lese ich Medien aus verschiedenen Lagern: ÖR-Medien, Mainstream-Printmedien, alternative Medien und Medien im linken Spektrum (z.B. Beiträge von Karin Leukefeld). Macht man das, dann führt es automatisch dazu, den mainstream-Medien zu misstrauen, weil die Darstellungen in den alternativen Medien oftmals überzeugender sind.
Ich versuche aber immer, wo es geht, zu kommunizieren und auch Veranstaltungen zu besuchen, um nicht eine zusammengebraute exotische Meinung mit mir herumzutragen, was ja einige machen. Damit möchte ich auch einen Hang zu Verschwörungstheorien vermeiden, vor allem zu den Brennpunkten Syrien, Iran und Ukraine sowie Kuba/Venezuela. 
ÖR-Medien:
Man unterstellt den ÖR-Medien Regierungsnähe; da ist auch etwas dran. Immerhin glauben noch 60% der Deutschen den ÖR-Medien. Die meisten Europäer sind entweder regierungskonform oder haben wenigstens eine Nähe zur WWG (westlichen Wertegemeinschaft). Ich bin eigentlich noch freier, ich habe nicht diese Sehnsucht nach Konformität zur WWG, ich wurde woanders sozialisiert. Deshalb könnte ich mir auch vorstellen, dass bei so manchem Ereignis (wie Giftgasanschläge in Syrien) z.B. der britische oder der amerikanische Geheimdienst dahinterstecken und manche Aktion in Wahrheit eine "False Flag Operation" oder Fake war. Es gibt ja neben einem echten Krieg ja auch einen Informationskrieg.
Giftgasanschläge in Syrien:
Nimmt man z.B. die Giftgasanschläge in Syrien, dann wird das von den unterschiedlichen Seiten verschieden interpretiert, klare Beweise gibt es nicht. Der zweite Giftgasanschlag nach 2013 im April 2017 in Chan Schaichun mit 86 Toten, direkt vor der angesetzten Syrienkonferenz in Brüssel und direkt, nachdem Trump verlauten ließ, dass die Entmachtung von al-Assad nicht mehr die höchste Priorität hat. Für den Anschlag gibt es für die syrische Seite keinen Grund, das riecht nach "False Flag Operation".
  Der letzte Giftgasanschlag in Duma im April 2018, der Luftschläge der USA, Frankreichs und Großbritanniens (ohne Tote) zur Folge hatte, war es ein Fake? Kinder wurden mit Wasser übergossen und dabei gefilmt? Immerhin sagte sogar Ulli Gack (ZDF), dass da wohl etwas dran ist, wofür er mediale Prügel bekam. Oder wurde das über die Weißhelme organisiert m.H. des britischen Geheimdienstes? Oder war das eine Operation unter falsche Flagge, organisiert von Rebellen oder Terrormilizen? Man müsste wie bei "Harry Potter" eine Schublade mit der Wahrheit öffnen können. Dann würde es vielleicht noch eine andere Variante geben, z.B. dass die syrische Regierung die Armee nicht mehr unter Kontrolle hat und die Armee eigenmächtig gehandelt hat, wer weiß das genau.
  Laut offizieller deutscher Lesart waren es immer die syrischen Regierungstruppen. Als Beweis müssen in den ÖR-Medien meist Zeugen aus dem Rebellengebiet oder sogenannte "anonyme Aktivisten" herhalten, was man eher als Gegenindiz interpretieren könnte. Die Stellungnahmen der Bundesregierung und der ÖR-Medien werden auch (meistens) vom Mainstream (Spiegel, SZ, FAZ, Welt, Zeit,...) übernommen.
Der Wahrheit auf die Spur kommen:
Eine Orientierung, der Wahrheit nahe zu kommen, aber auch nicht absolut sicher, ist die Frage:
Wer profitiert von einem Ereignis? Cui bono? Wenn man danach geht und man der syrischen Regierung nicht pathologische Blödheit unterstellt, dann machte es für Syrien keinen Sinn, direkt nach der erfolgreichen Rückeroberung eines Gebietes dort als krönenden Abschluss der Aktion Giftgas einzusetzen, mit dem Wissen, dass das Luftschläge der USA zur Folge hat, und vielleicht noch anschließend auf die Luftschläge anzustoßen.
  Theoretisch gäbe es eine Möglichkeit, die Wahrheit zu erfahren. Man müsste heimlich bei bilateralen Gesprächen, die ohne Presse oder sogar manchmal unter vier Augen stattfinden, zuhören können, wie sie z.B. kürzlich parallel beim G-20 zwischen Präsident Putin und Präsident Trump stattfanden. Ich glaube, da würde man sich über einiges wundern.
Informationskrieg und die junge Generation:
Ein anderer Punkt ist die Generation unter 30. Der Informationskrieg funktioniert mit ihnen nicht mehr so wie bisher, sie werden von den traditionellen Medien nicht mehr erreicht. Sie schauen keine Tagesschau, keine Talkshows, lesen keine Tageszeitungen, informieren sich nur noch online. Sie boykottieren nicht den Mainstream, viel schlimmer, sie ignorieren ihn, sind aber durchaus politisch interessiert, weniger an Kriegsthemen, mehr an Umweltthemen. Das Rezo-Video mit über 10 Mio Downloads schlug ein, wie eine Bombe. Das wird sich in den nächsten Jahren noch mehr bemerkbar machen.

Was machen eigentlich Medienwissenschaftler?
Viele studieren gerne Medienwissenschaften. Was macht eigentlich den wissenschaftlichen Anspruch bei Medienwissenschaften aus? Ich denke an die Vorlesungsreihe 2016/17 an der Hamburger Universität "Lügenpresse - Medienkritik als politischer Breitensport" (z.B. der Vortrag von Prof. Carsten Reinemann). Sie machen schöne Tabellen und Statistiken, welche Bevölkerungsteile besonders anfällig sind für alternative Medien, aufgeschlüsselt nach Sozialstatus, Bildungsstand mit schönen Grafiken und vieles mehr. Die beteiligten Studenten haben viel Spaß dabei, weil alles so schön einfach ist. Aber ist das Wissenschaft, ist das nicht eher das Niveau für Schülerpraktikanten oder für ein Projekt einer Stadtteilschule? Sollte der wissenschaftliche Anspruch einer Universität nicht eher darin bestehen, zu forschen, wie die Allianz von Politik und Medien funktioniert? Wie man geschickt Lügen einbaut, indem man sich z.B. auf nichtgenannte sogenannte "Aktivisten" beruft. Oder welchen Einfluss die Denkfabriken und ähnliche Strukturen wie das CFR, Trilaterale Kommission, Atlantic Council, Bilderberggruppe und die Atlantik Brücke auf die Medien haben, oder warum alle großen Medien von nur drei Nachrichtenagenturen (AP/dpa, AFP und Reuters) versorgt werden und welche Folgen das hat? Oder darüber zu forschen, wie ganz einfach unwahre Medienberichte so umformuliert werden, dass es schwierig ist, diese zu entlarven? Oder wie funktioniert die Selbstzensur bei den Journalisten, glauben sie selbst daran oder führt das zur Selbstverleugnung und damit zu psychischen Problemen? Und natürlich warum immer eine antirussische Komponente eingebaut werden muss? Das hätte einen wissenschaftlichen Anspruch, der den Namen auch verdient. Stattdessen verkaufen sich die Medienwissenschaftler an die Politik. Die Frage ist nur, machen sie es aus Überzeugung oder der Karriere willen?