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Aus aktuellem Anlass, 02. März 2024:
Angriffspläne auf Krimbrücke: Original-Transkript und Audio-Aufzeichnung des Gesprächs deutscher Militärs
Ist es verboten, wahre Ereignisse zu posten, auch wenn sie unangenehm sind? Ich denke nicht.
Hier die Aufzeichnung des Gesprächs deutscher Offiziere und Generäle zur möglichen Zerstörung der Krimbrücke durch Taurus-Raketen.
Hier einer der möglichen Links.

Ab 2014: Regierungssturz in der Ukraine

Die Ukraine und Russland
Durch die Einmischung in Kiew und die Herbeiführung eines Regierungssturzes wurde Russland von der EU und USA extrem provoziert. Es wurde überhaupt nicht berücksichtigt, dass Russland eigene Sicherheitsinteressen hat.
Die Bewertung der Ukraine-Krise ist fast schon eine Glaubensfrage und eine Frage der Ehre. Die EU-Skeptiker neigen eher dazu, der EU und den USA die Schuld zu geben. Die andere Seite unterstellt Putin, die Grenzen des alten Russland bzw. Sowjetunion wieder herstellen zu wollen.
Was soll man glauben?
Das Problem ist, dass man den deutschen Hauptmedien einfach nicht mehr glauben kann. Zu oft wird gelogen, weggelassen oder nur die halbe Wahrheit gesagt. Der Bürger, der nicht nur die ARD Tagesthemen oder das ZDF Heute-Journal sieht, erkennt das ziemlich schnell. Also informiert man sich bei verschiedenen anderen Quellen.
Aber in so manchem Polit-Magazin schleicht sich doch noch so mancher interessanter Beitrag, wie hier in "Panorama" ein Beitrag über den westukrainischen Nationalismus und Stepan Bandera:
http://www.ardmediathek.de/tv/Panorama/Hitlers-Helfer-wie-Nationalisten-die-Uk/Das-Erste/Video?documentId=21233684&bcastId=310918

Ach, was gibt es nicht alles für Informationen im Internet, z.B. geknackte E-Mails von Vitali Klitschko, die zeigen, wie im Hintergrund die Fäden gezogen werden:
http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2014/02/die-klitschko-e-mails.html
Es ist eben nicht so einfach, wie US Präsident Obama sagt: Man braucht doch nur die Fakten sehen, dann ist alles klar. Es ist eben nicht so klar. Hier ein paar Beispiele, was kann man glauben?
(1) Z.B. wie kamen die Maidan-Leute überhaupt an die Macht?
Der Außenminister Estlands Urmas Paet äußerte sich in einem abgehörten Telefonat mit Catherine Ashton besorgt darüber, dass es mehr und mehr Hinweise gäbe, dass der Befehl an die Scharfschützen nicht von Janukowitsch, sondern von einem Führer des Maidan
kam. Es wurde von einem Hotel auf beide Seiten geschossen, um die Situation eskalieren zu lassen.
http://kurier.at/politik/ausland/heikles-telefonat-mit-ashton-estland-besorgt-ueber-kiewer-regierung/54.667.529
https://www.heise.de/tp/features/Maidanmorde-Drei-Beteiligte-gestehen-3893551.html?seite=all
(ab jetzt erspare ich mir Quellenangaben, da man alles im Internet findet
). Man kann es glauben oder nicht; es würde zu den USA passen, dass sie Regie auf dem Maidan  geführt haben. Sie haben das oft erfolgreich in Südamerika praktiziert. Man findet auch noch, dass die Maidan-Leute unter Drogen standen, die sie extrem hemmungslos gemacht haben ("Es wurden Kekse verteilt"). Dass es gleichzeitig vor der US-Botschaft in Kiew Demonstrationen gegen die Einmischung der USA mit ein paar Tausend Leuten gab, darüber wurde in den Tagesmedien nicht berichtet. Wahr oder nicht wahr?
(2) Die USA haben 5 Mrd Dollar in die "Demokratisierung" der Ukraine investiert und A. Jazenjuk aufgebaut, so wie die Konrad-Adenauer-Stiftung W. Klitschko und seine Partei UDAR aufgebaut hat. Sie warteten nur auf eine Gelegenheit. Nach dem Sturz des Präsidenten Janukowitsch in Kiew haben die Amerikaner dann gesagt: Klitschko wollen wir nicht in der Regierung, und er ist nicht in der Regierung. Dabei fiel bei der zuständigen US-Diplomatin Victoria Nuland der bezeichnende Satz "Fuck the EU". Passen würde es. Ist das wahr?
(3) Im Rundschreiben 18-01 des Verteidigungsministeriums der USA unter dem Titel "Special Forces Unconventional Warfare" vom 30. November 2010 werden Richtlinien für subversive Operationen erläutert, um Regierungen zu stürzen.
Oder ist es das Programm des US-Politologen und Regime-Change-Experten Gene Sharp? Diese Richtlinien passen genau zu dem Vorgehen in der Ukraine und Venezuela. Wahrheit?
(4) Odessa im Mai 2014, was soll man glauben? War es ein Massaker? Oder mehr ein Unfall? In deutschen Medien wurde kaum darüber berichtet, nur dass ein Gebäude in Brand geraten ist. Es sind dort über 40 Leute in das Gewerkschaftsgebäude geflohen, das Gebäude wurde in Brand gesetzt und die Leute an der Rettung gehindert bzw. die sich retten konnten, wurden erschlagen. Von der ukrainischen Staatsanwaltschaft werden diese Vorfälle nicht untersucht, es sind ja prorussische Demonstranten gewesen. Stimmt das? Wenn ja, dann wäre das geduldeter und verschwiegener Massenmord. Ein Film dazu: http://www.lauffeuer-film.de/
(5) Das ZDF verwendet Berichte einer Agentur der ukrainischen Regierung? Toll, entweder berichten sie falsch wegen Rücksicht auf die USA, oder nehmen frisierte Informationen der ukrainischen Regierung. Wenn das stimmt, möchte man keine GEZ mehr bezahlen.
(6) Die USA habe 400 Söldner der berüchtigten Privatfirma Blackwater in der Ukraine gegen Ostukrainer im Einsatz? Das war sogar in einem anti-russischen Artikel in der BILD versteckt und wird nicht mehr bestritten.
(7) Die ukrainische Armee setzt gegen ihre eigene Bevölkerung in der Ostukraine Brandbomben ein? Dazu gibt es genug Video-Clips. Inzwischen gibt es auch Tote in einem Krankenhaus und öffentlichen Gebäuden. Wahr oder nicht wahr?
(8) A. Jazenjuk bezeichnete in der ukrainischen USA-Botschaft die russischstämmigen Ostukrainer als "Untermenschen". Später wurde "subhumans" korrigiert in "unhumans". Angeblich meint er es nicht so. Ist sicherlich wahr.

Es sieht so aus, wie in einer Sendung "Anstalt" gesagt wurde: Die Amerikaner sind immer die Guten; und wenn die Guten mal was Böses tun, ist es trotzdem gut. Die Russen sind immer die Bösen; und wenn die Bösen was Gutes tun, ist es trotzdem böse.
Überhaupt stellt sich die Frage, ob die ukrainischen und russischen Geheimdienste im Vorfeld des Maidan geschlafen haben. Haben sie nichts geahnt von der Eskalation und dem beabsichtigten Sturz des Präsidenten Janukowitsch? Und haben sie nicht gewusst, dass der Maidan von der US-Botschaft aus organisiert wurde? Warum hat die Ukraine nicht den US-Botschafter ausgewiesen? Und warum konnten sich westeuropäische Politiker in Kiew die Klinke in die Hand geben und die gewaltbereiten Demonstanten zum Sturz der Regierung ermuntern. Frau Nuland hat auf dem Maidan "Kekse verteilt", vielleicht mit Drogen, die die Demonstanten extrem gewalttätig machten.
Osteuropa:
Warum bewerten die Balten z.B. die ganze Lage anders als viele Deutsche. Ich denke, weil sie Bewohner der Sowjetunion waren und schlechte Erfahrungen mit Russen gemacht haben. Ich kenne eine Lettin und auch sie befürchtet, dass "der Russe" bald vor ihrer Tür steht. Der Glaube ist eine Sache, aber die Fakten sprechen nicht dafür.
Und Polen, ich verstehe nicht, warum sie kein Problem mit den ukrainischen Nationalisten haben. Der große Held der ukrainischen Nationalisten, Stepan Bandera, und seine
"Organisation Ukrainischer Nationalisten" (OUN) und dessen militärischer Arm "Ukrainischen Aufständischen Armee" (UPA) haben ja während des Zweiten Weltkrieges nicht nur Tausende Russen ermordet, Tausende Kommunisten ermordet und Tausende Juden ermordet, sondern auch Zigtausende Polen ermordet, Polen gibt beim Massaker von Wolhynien 1943/1944 siebzig Tausend Tote an, die Ukraine gibt immerhin 6000 zu. Ich würde gerne mal den polnischen Präsidenten fragen, warum er damit kein Problem hat. Solange ich das nicht kann, ist die Erklärung für mich rein pragmatisch: "Der Feind meines Feindes ist mein Verbündeter". Die Feindschaft zu Russland ist größer als die Feindschaft zu den ukrainischen Nationalisten. Ebenso würde ich gern verstehen, warum es von Israel keine Proteste gibt, denn gerade der Anteil der ostukrainischen Juden am Holocaust war besonders hoch, und viele ukrainischen Nationalisten waren direkt oder als sogenannte Hilfswillige der SS daran beteiligt. Noch heute spaltet das Land die Beziehung zu Banderas OUN und zur Rolle der UPA.
Vergleich mit 1914, die Rede des Alt-Bundespräsidenten Gauck zu den Lehren des Ersten Weltkrieges:
Die Sicht in der Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Gauck zu den Ursachen des Ersten Weltkriegs (Warnung vor verstärkter Nationalstaaterei und altes Denken Russlands) ist sehr einseitig. Einmal dass wir ein „friedliches, demokratisches, liberales und pluralistisches Europa“ sind und dieses sich zu verteidigen lohnt, das sehen immer weniger Menschen so. Und dann Russland die alleinige Schuld an der jetzigen Situation zu geben (skrupelloser Bruch von Abkommen, übersteigerter Nationalismus), wer die Ereignisse verfolgt hat weiß doch, wie sich gerade die USA in Kiew eingemischt haben, und wie oft die USA gegen Abkommen und internationales Recht verstoßen haben, oder wie nationalistisch gerade die Westukrainer sind.
Aber das ist ja genau der Punkt, es ist schon eine Art Glaubensfrage, wer Recht hat und wer die Schuld hat - als wenn es nur eine Wahrheit gibt. Es geht nur noch um Glauben, nicht um Wissen und um Argumente, die einfach überhört werden, wenn sie einem nicht gefallen. Man geht davon aus, dass die Gegenseite ein Opfer von Propaganda sein muss, wenn sie nicht die eigene tolle Sicht teilt; oder der Gegner ist ein Fall für die klinische Psychiatrie (wie in einem Spiegel-Beitrag von Jan Fleischhauer am 22.7.2014), manchmal ist es auch so, dass beide Seiten auf ihre Weise Recht haben können. Eine alte Weisheiten:
"Die Wahrheit wird nicht gern gehört, wenn sie das eigne Weltbild stört" und "Lieber ein Gramm Wissen als eine Tonne Glauben".
Wo ist denn nun unsere große Toleranz? Es ist wie ein Glaubenskrieg. Gerade das macht die Situation so gefährlich, weil es immer mit großer Intoleranz, Hass und Ignoranz verbunden ist. Wo ist denn nun die große Aufklärung geblieben?
Es gibt überhaupt allerlei Parallelen zum Beginn des Ersten Weltkriegs genau vor 100 Jahren. Als Deutschland 1914 den Krieg gegen Russland erklärte, glaubten die meisten Deutschen, es handelte sich um einen Verteidigungskrieg gegen Russland, da Russland ja Serbien unterstützte. Als dann 1915 der schnelle Sieg nicht kam und die Lebensmittel knapp wurden, hieß es in Deutschland "Doch wenn wir erst im Kreml siegen, wird man auch wieder Semmel kriegen". Als Russland am 3. März 1918 kapitulierte (Leo Trotzki als neuer Kriegsminister), spaltete Deutschland von Russland nicht nur Finnland, Polen, Estland, Kurland und Livland ab, sondern auch die Ukraine. Die Ukraine war damit ein halbes Jahr selbständig, bis Oktober 1918, als Deutschland dann doch den Krieg wegen des Kriegseintritts der USA verlor. Die Ukraine war damals 1918 allerdings viel kleiner als heute, der Osten war russisch und der Westen gehörte zur K&K Monarchie Österreich Ungarn und Polen. Und Russland war 1914 viel größer als 2014; es hatte zusätzlich zu den Gebieten der späteren Sowjetunion (außer Armenien, das 1922 zur Sowjetunion kam) noch
Finnland und 1/3 von Polen.
Deutsche Parteien und ihre Positionen zu Russland:
Die Partei
B90/Grüne, früher Friedenspartei und Partei der Pazifisten, ist heute die kriegslüsterne und antirussische Partei schlechthin. Prominente Vertreter sind die EU-Abgeordneten Rebecca Harms und Marieluise Beck. Für sie ist der Putsch in der Ukraine ein demokratischer Volksaufstand für Europäische Werte, nur die Russen lassen es nicht zu und besetzen deshalb die Ostukraine, - das ist das Bild vieler Grünen. Man hat deshalb auch schon einen neuen Namen für sie kreiert: Grüne Khmer. Große Teile der Grünen haben kein Problem mit Kriegen; es muss aber ein grüner Krieg sein, die Abgaswerte der Panzer müssen stimmen, die Soldaten müssen Bio-Kost bekommen und die Soldaten sind Soldat*innen.